Ihr seid nicht länger Gefangene des Gesetzes,

sondern Kinder Gottes. Gal 4,7

Königskinder

Ina G. Ebert

Ich wurde 1977 geboren und verbrachte meine Kindheit und Jugend in einer kleinen vogtländischen Stadt. Meine Familie ist nicht gläubig und so wusste ich nichts von Gott. Wenn mir mal ein Christ über den Weg lief, meinte ich, ihn davon überzeugen zu können, dass es keinen Gott gibt. Die Menschen taten mir irgendwie leid. Ich dachte, wenn man nicht an sich selber glauben kann, dann sucht man sich eben was anderes. Wie überheblich ich doch war. Anfang des Jahres 2001 ging es mir dann sehr schlecht, um nicht zu sagen, es ging gar nichts mehr. Ich litt derartig unter seelischen Qualen, dass ich einfach nur noch sterben wollte. Ich merkte, dass es nichts gab was ich hätte tun können. In diesem Gefühl völliger Machtlosigkeit bat ich Gott, falls es ihn denn gäbe, mein Leben zu beenden oder es zu irgendetwas zu gebrauchen. Ich gab ihm mein Leben, denn ich wollte es nicht mehr. Und dann geschah, was ich niemals geglaubt hätte: innerhalb einer Sekunde befreite er mich von den Qualen und erfüllte mich mit seiner unendlichen Liebe. Selbst wenn ich wollte, könnte ich dieses Erlebnis nicht vergessen. Heute darf ich sehen, dass er mich gebraucht und es erfüllt mich mit großer Freude ein Werkzeug Gottes sein zu dürfen.

Annett Uhlig

Meine Mutter sagt: Du warst immer ein fröhliches und zufriedenes Kind. Ja, ich hatte eine sehr schöne Kindheit, geprägt von dörflicher Idylle und ei-

nem christlichen Elternhaus. Meine Eltern lebten ihren Glauben, zwangen mich aber nicht, es ihnen nach zu tun, sondern ließen mir die Freiheit, mich selbst dafür zu entscheiden. Im Alter von 18 Jahren habe ich mein Leben Jesus gegeben. Mein Leben verlief in recht geordneten Bahnen. Schule, Studium und gleich danach einen Job gefunden. Was wollte ich mehr. Irgendwann änderte sich alles. Ich war nur noch k.o., schlief kaum, hatte an nichts mehr Freude - und eines Tages fiel ich einfach um. Diagnose: Burn Out. Nach langer Krankschreibung, dachte ich, dass ich wieder fit bin. Aber nach einiger Zeit kamen die Probleme wieder und ich war wieder dort, wo ich schon mal war. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich es nicht mehr schaffe und mich schweren Herzens zu einer Reha entschlossen. Die fünf Wochen Reha waren echt der Hammer. Manchmal habe ich mich und mein ganzes Leben in Frage gestellt und dachte, ich hätte alles falsch gemacht. Ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass ich mich in vielen Bereichen ein Stück von Gott verabschiedet und mich auf meine eigene Kraft verlassen hatte. Dieses Thema begegnete mir ständig und immer wieder. Ich konnte nichts anderes mehr als weinen. Während der ganzen Zeit hat mich ein Lied begleitet, in dessen Refrain es heißt: Denn Gott schenkt nach dunklen Tagen die Zeit der Regenbogenfarben. Doch bei mir blieb alles Grau. Ich hatte nichts mehr in der Hand, denn ich war leer. Das war der Punkt, an dem mich Gott wieder neu ausfüllen konnte. An einem Sonntag nach dem Gottesdienst ging ich zurück zur Klinik. In mei-

nem Kopf hämmerte zum Rhythmus meiner Schritte – Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Danach war ich völlig fertig, aber ich merkte auch, dass sich Dinge veränderten. Die Regenbogenfarben waren wieder da – für mich da. Und wieder Tränen, aber andere Tränen. Nicht mehr Tränen, die etwas aus mir heraus spülten, sondern Tränen, die etwas in mich hinein fließen ließen – Gottes unbeschreibliche Liebe.

„I'm so glad that Jesus lives in my house“ - Ja, ich bin froh und dankbar, dass Jesus (wieder) in mir ist.

Gudrun Hüttig